Reaktivierung der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen kommt weiteren Schritt voran | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Reaktivierung der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen kommt weiteren Schritt voran

Wie das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) heute öffentlich mitteilte, nimmt die angestrebte Reaktivierung ehemaliger Bundeswehrstandorte weiter konkrete Formen an. Im Rahmen der bundesweiten Suche nach geeigneten und kurzfristig verfügbaren Liegenschaften wurden für fünf Standorte die Einleitung konkreter vorbereitender Schritte beantragt. Dazu zählt auch die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen einschließlich des früheren Standortübungsplatzes.

Die Entwicklung wird vor Ort als wichtiger Zwischenschritt bewertet und ist auch dem Engagement zahlreicher Verantwortlicher auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu verdanken. Neben Bundestagsabgeordneten und Landespolitikern hat sich insbesondere auch Bürgermeister Dr. Marcus Ehm in den vergangenen Monaten für die Perspektive einer erneuten militärischen Nutzung des Standorts eingesetzt.

In Sigmaringen wurden in den vergangenen Wochen intensive Gespräche geführt, um die Interessen aller Beteiligten aus Bund, Land und Kommune zu einen. Ergebnis ist eine Absichtserklärung, ein sogenannter Letter of Intent (LoI), den auch Dr. Marcus Ehm entsprechend den vom Gemeinderat vorgegebenen Beschlüssen unterstützt.

„Wir begrüßen die anstehende Unterzeichnung des Letter of Intent ausdrücklich und sehen darin ein weiteres deutliches Signal zur Wiederansiedlung des Bundeswehrstandorts in Sigmaringen. Für uns als Stadt ist klar: Wir wünschen uns die Bundeswehr zurück und werden dieses Ziel nach besten Kräften weiter unterstützen. Umso mehr freut es mich, dass sich unsere monatelangen Bemühungen gelohnt haben.“, erklärt Dr. Ehm.

„Auch wenn mit diesem Schritt noch keine finale Stationierungsentscheidung verbunden ist, sehe ich die Graf-Stauffenberg-Kaserne nun auf einem sehr guten Weg, wieder ein aktiver Bundeswehrstandort zu werden“, erklärte der verteidigungspolitische Sprecher Volker Mayer-Lay.

Die Landtagsabgeordnete Ilona Boos wertete die Einschätzung der Bundeswehr ebenfalls als starkes Signal für Sigmaringen. Dass der Standort für eine Nutzung im Rahmen des Neuen Wehrdienstes als besonders geeignet angesehen werde, unterstreiche die Bedeutung Sigmaringens für die künftigen Planungen. Nun müssten Bund und Land die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um eine Rückkehr der Bundeswehr zu ermöglichen.

Hintergrund der nun vorangetriebenen Reaktivierung ist die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa, insbesondere infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Zur Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit werden neben einer verbesserten Ausstattung der Bundeswehr auch zusätzliche Personal- sowie Ausbildungs- und Unterbringungskapazitäten benötigt. Deshalb rücken bestehende ehemalige militärische Liegenschaften verstärkt in den Fokus der Planungen.

Mit den nun beantragten vorbereitenden Schritten sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit eine mögliche Wiedernutzung der Liegenschaften durch die Bundeswehr rechtzeitig umgesetzt werden kann.

Auch weitere politische Vertreter aus der Region, darunter der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß, begleiten die Entwicklung unterstützend und bewerten die Aufnahme Sigmaringens in das Verfahren als positives Signal für den Standort und die Region.

Die heutige Mitteilung des BMVg stellt zwar noch keine abschließende Entscheidung über eine künftige Stationierung dar, sie gilt jedoch als deutliches Zeichen dafür, dass Sigmaringen weiterhin ernsthaft als möglicher Bundeswehrstandort geprüft wird.