Letter of Intent unterzeichnet: Bund, Land und Stadt schaffen die Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr der Bundeswehr in Sigmaringen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Letter of Intent unterzeichnet: Bund, Land und Stadt schaffen die Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr der Bundeswehr in Sigmaringen

Sigmaringen. Das Bundesministerium der Verteidigung, das Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und die Stadt Sigmaringen haben die Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr der Bundeswehr nach Sigmaringen geschaffen und sich auf eine zukünftige Nutzung der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne verständigt. Hierzu haben am Dienstag, 29. September 2026, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt, Ministerialdirigent Jörg Hingott aus dem Bundesverteidigungsministerium, Bürgermeister Dr. Marcus Ehm sowie Jörg Musial, Leiter des Verkaufs bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, auf dem Gelände der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne eine gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet.

Bereits zum 1. Oktober beabsichtigt die Bundeswehr die Nutzung eines Teilbereichs des Areals. Das Land gibt dafür die vom Bund angemieteten Teilflächen vorzeitig an den Bund zurück und wird dafür dort die zunächst weiterhin betriebene Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) um circa die Hälfte der Fläche verkleinern. Diese Nutzungsaufnahme ermöglichen die Stadt und das Land durch ihre gemeinsame Abstimmung. Der Bund ermöglicht dem Land auf einer verbleibenden Teilfläche die LEA temporär weiterzubetreiben und damit die bisherigen Funktionalitäten und Regelkapazitäten beizubehalten.

Die Stadt Sigmaringen hat die Wiederansiedlung der Bundeswehr maßgeblich vorangetrieben: Bürgermeister Dr. Ehm hatte bereits vor anderthalb Jahren die Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium aufgenommen und große Bereitschaft signalisiert, die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne wieder in Betrieb zu nehmen. Die Stadt unterstützt somit die Rückkehr der Bundeswehr und sichert im Bedarfsfall den Verkauf städtischer Flächen an den Bund sowie die Unterstützung beim Rückkauf benötigter Flächen des Zweckverbands IGGS zu.

„Sigmaringen war über ein halbes Jahrhundert Garnisonstandort. Menschen in Uniform gehören zu unserer Stadt, und wir freuen uns über die Rückkehr der Bundeswehr – gerne auch in größerem Umfang“, so Bürgermeister Dr. Marcus Ehm. „Umso mehr freut uns das klare Bekenntnis des Landes zur Stärkung der Bundeswehr. Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel hat bei seinem Besuch im August in Sigmaringen die Bedeutung von Heimatschutz und Verteidigungsfähigkeit deutlich unterstrichen. Für uns ist deshalb selbstverständlich, dass dieses Bekenntnis auch für Sigmaringen gilt und das Land dem nicht im Wege steht und die notwendigen Voraussetzungen für einen weiteren Aufwuchs schafft. Dazu gehört folgerichtig, für die Landeserstaufnahmestelle eine alternative Unterbringung im Regierungsbezirk Tübingen zu finden und der Bundeswehr damit die Möglichkeit zu geben, das Kasernenareal, welches ohnehin dem Bund gehört, künftig vollständig und exklusiv zu nutzen“, so der Bürgermeister.

Auch der Justizminister Moritz Oppelt sicherte bei der anschließenden Pressekonferenz zu, keine Kompromisse in Richtung Landeserstaufnahmestelle machen zu wollen, sollte die Fläche wegen eines weiteren benötigten Aufwuchses der Bundeswehr benötigt werden.

Abhängig vom Aufwuchs der Bundeswehr stehen bei Bedarf weitere Flächen zur Verfügung, wie insbesondere das ehemals für die Generalzolldirektion angedachte Areal im östlichen Bereich und Flächen im südlichen Bereich des Kasernenareals. Die Flächen im südlichen bzw. westlichen Bereich befinden sich im Eigentum des Zweckverbandes IGGS (Interkommunaler Gewerbe- und Industriepark Graf-Stauffenberg) und der Stadt. Die Stadt unterstützt die Rückkehr der Bundeswehr auf ganzer Linie und sichert nach vorheriger Abstimmung den Verkauf städtischer Flächen an den Bund sowie ihre Unterstützung bei einem möglichen Rückerwerb der sich im Eigentum des Zweckverbandes IGGS befindlichen Flächen zu.

Ab April 2027 sollen in der Kaserne Rekruten ausgebildet werden.

Hintergrund

Das Bundesverteidigungsministerium hat Ende Oktober 2025 die Überführung von militärisch genutzten Bundesliegenschaften in eine zivile Nachnutzung (Konversion) ausgesetzt, um die Liegenschaften auf eine militärische Eignung zu prüfen und mit den Bedarfen der Bundeswehr abzugleichen. Nach eingehenden Prüfungen hat die Bundeswehr die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen zusammen mit dem angrenzenden Standortübungsplatz und der noch aktiven Schießbahn grundsätzlich als geeignet erklärt. Der Standort soll insbesondere für den Neuen Wehrdienst genutzt werden.